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Start-Up in die Gesellschaft

Was ein Gründungszentrum für Minderheiten der Roma mit gesellschaftlicher Teilhabe zu tun hat.
Ein Interview mit Dušan Jovanović,
Projektleiter bei URBO.

Dušan Jovanović
Projektleiter URBO

Dušan Jovanović, Projektleiter bei SODIs serbischer Partnerorganisation URBO, kennt die Diskriminierungen gegenüber den Roma-Minderheiten auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft. Mit einem Gründungszentrum in Braničevo wird nicht nur ein sicheres Einkommen geschaffen, sondern vor allem gesellschaftliche Teilhabe und Integration.

Wie sieht die derzeitige Lage der Roma-Minderheiten in Serbien aus?

Roma sind eine der größten und gleichzeitig eine der meist benachteiligten Minderheiten in Serbien. Sie sind konfrontiert mit sozialer Ausgrenzung und ungleichem Zugang zum Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie zum Bildungs- und Gesundheitssystem. Trotz der Bemühungen fehlen den politischen Entscheidungsträgern verlässliche Daten über die Roma-Minderheiten, institutionelle Kapazitäten sowie Instrumente für ihre Integration.

Mangelnde Bildungsmöglichkeiten tragen dazu bei, dass viele Roma arbeitslos sind. Oft fehlen Kenntnisse zu den Regeln des Arbeitsmarktes, z.B. wie ein Lebenslauf geschrieben wird, oder EDV-Kenntnisse. Sechs von zehn neu von Roma gegründeten Unternehmen werden in den ersten zwei Jahren geschlossen, meist als Folge von fehlendem Know-How oder mangelnder Ausrüstung.

Welche Möglichkeiten gibt es für die Inklusion von Roma-Minderheiten in die Gesellschaft?

Die serbische Regierung hat eine Nationale Strategie zur Inklusion von Roma verabschiedet. Sie bezieht sich neben Bereichen wie Bildung und Gesundheit auch auf den Zugang zum Arbeitsmarkt. Für ihre Umsetzung ist von wesentlicher Bedeutung, dass Kooperationen zwischen Roma-Gemeinden und der Privatwirtschaft gefördert werden. Durch nachhaltige und effektive Praktikumsprogramme und berufliche Trainings sollen die Menschen ermuntert werden, eigene Unternehmen zu gründen.

Um dies zu ermöglichen, haben wir ein Gründungsprojekt ins Leben gerufen. Damit wollen wir berufliche Bildung und Unternehmensberatung anbieten, sodass Teilnehmende genug Wissen erwerben, um ein Unternehmen zu gründen. Zudem werden die Neugründungen in der Umsetzung ihrer Geschäftsidee kontinuierlich begleitet.

Wie begleiten Sie Roma konkret in ihren beruflichen Wegen?

Wir befinden uns in der ersten Phase des Projekts: wir haben das Gründungszentrum gebaut und erste Beratungen finden statt.

13 Teilnehmende haben Trainings zur Entwicklung von betriebswirtschaftlichen Kompetenzen bereits erfolgreich abgeschlossen – davon haben fünf bereits eigene Unternehmen gegründet, u.a. einen Friseur-Salon, ein Catering-Unternehmen und einen PR-Fotoladen.

Darüber hinaus liegt ein häufiges Problem darin, dass Minderheiten der Roma keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt haben, sodass sie keine Berufserfahrung sammeln können. Damit sich das ändert, wollen wir vor allem die Unternehmen und Neugründungen fördern, die zukünftig bereit sind, Praktika für Betroffene anzubieten.

Auf diese Weise schaffen sie die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration.

Das Interview führte Srdjan Tošić.

Zahlen und Fakten

Laufzeit: 2,5 Jahre
Beginn: 01.01.2018

Stand der Zahlen August 2018

Fortschritt

Aufbau und Eingerichtung eines Gründungszentrums

100%

Ende der Baumaßnahmen: Mai 2018

10 Unternehmensgründungen

50%

5 Unternehmsgründungen in den ersten 3 Monaten

40 Berufsausbildungen

50%

20 Ausbildungen wurden begonnen (70% sind Frauen)

20 Vermittlungen in reguläre Beschäftigung

25%

5 Unternehmsgründungen in den ersten 3 Monaten

90 Business-Skill-Development-Trainings und Erstellung eines Businessplans

7%

13 erfolgreiche Abschlüsse

60 Vermittlungen von Schulabgänger*innen in Praktika

4%

16 Praktika wurden vermittelt

Die Ergebnisse beziehen sich auf 3 Monate Projektarbeit (Mai-August 2018)

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